Fallschirmzielspringen im Portrait (Sportart & Wettbewerbe)

Seit es Fallschirme gibt ist es ein Streben der Fallschirmspringer, möglichst genau an einem Ziel zu landen. Eine Weiterentwicklung dessen und die älteste sportliche Disziplin ist das Fallschirmzielspringen, bei dem es um eine Punkt genaue Landung geht.

Beim Fallschirmzielspringen erfolgt der Absprung aus einer Höhe von 800 – 1.200 Metern. Es wird ein Zielkreis angesteuert, in dem sich eine Sprungmatte mit einer Scheibe befindet, die bei der Landung berührt werden sollte. Nach Möglichkeit erfolgt die Berührung mit der Ferse, wobei der erste Kontakt mit dem Boden zählt. Auch die Berührung mit einem anderen Körperteil wird also gewertet, entspricht aber nicht dem gewünschten Stil. Es darf keine Bodenberührung vor Kontakt mit der Scheibe stattfinden.

Fallschirmzielspringen – Wer kommt am nächsten an die Zielscheibe?

Beim Berühren der Scheibe wird ein elektronisches Signal ausgelöst. Der sogenannte Nullpunkt der Scheibe, das eigentliche Ziel, umfasst 3cm Durchmesser. Die elektronische Messung erfolgt bis zu 16cm Durchmesser Abweichung vom Nullpunkt. Auf Wettbewerben wird meist in Mannschaften aus fünf Teilnehmern angetreten. Sieger ist die Mannschaft mit dem besten durchschnittlichen Ergebnis, also dem insgesamt geringsten Abstand zum Nullpunkt. Bei acht Durchgängen erreichen Profis im Schnitt eine Trefferquote unterhalb 5cm.

Teamsport Fallschirmzielspringen

Der Anflug beim Fallschirmzielspringen erfolgt gegen den Wind, der Absprung der einzelnen Mannschaftsmitglieder kurz nachdem der Zielpunkt überflogen wurde im Abstand von 3-6 Sekunden. Die Springer befinden sich nach dem Exit bei einer Geschwindigkeit bis 150 km/h gestaffelt einige Sekunden im freien Fall. Das bedeutet, dass sich zwecks Koordination der erste Springer vor dem Öffnen des Schirms etwa 12 Sekunden im freien Fall befindet, der zweite einige Sekunden weniger, der letzte Teilnehmer zieht den Schirm gleich nach dem Absprung. Die Entfernungen untereinander können nach Öffnen des Schirms durch Spiralflüge gesteuert werden.

Etwa 300 Meter über dem Boden wird nach Prüfung von Windrichtung und Windstärke exakt gegen den Wind die Zielscheibe angesteuert. Die genaue Höhe und der Winkel der Zielansteuerung sind abhängig vom Windcheck. Die Feinarbeit beginnt bei einer Entfernung von bis zu 100m von der Zielscheibe. Der Schirm wird idealerweise derart gesteuert und abgebremst, dass schließlich eine fast senkrechte Landung den Fuß direkt auf den Nullpunkt oder in möglichst geringem Abstand zu diesem aufkommen lässt. Kleinere Korrekturen mit dem Fuß sind nur direkt im Augenblick der Landung möglich. Bei extremen Wetterbedingungen gibt es besondere Regelungen.

Regelmäßige Fallschirmszielsprung-Wettbewerbe in Europa

Regelmäßig finden in verschiedenen europäischen Ländern Wettbewerbe im Fallschirmzielspringen statt, so beispielsweise 2010 in Deutschland in Altenstadt, im kroatischen Rijeka, im slowenischen Bled, im schweizerischen Locarno und der Weltcup 2010 im österreichischen Thalgau. Oft finden die Wettbewerbe in Kombination mit und Modell- und Show-Sprüngen statt, so dass sich die Teilnahme als Zuschauer in jedem Fall lohnt.


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