Klaus Heller – Der Fallschirmspringer-Profi im Interview

Fallschirmspringen ist für ihn kein Hobby, nein es ist seine Passion. Die Rede ist von Klaus Heller – Unternehmer, Abenteurer und Fallschirmsprung-Profi. Wer sich für den Fallschirmsport begeistert, für den ist Klaus Heller eine Institution. Denn mit seinem Buch „Fallschirmspringen“ hat er ein Pflichtwerk für jeden „Fallschirmsprung-Azubi“ geschrieben und mit seinen DVDs begeistert er ein breites Publikum. Klaus erzählt im Interview von seinem brenzligen Fallschirmsprung-Abenteuer, das ihm fast das Leben gekostet hat und natürlich was wir von ihm in der Zukunft zu erwarten haben.
Klaus Heller bei seiner Lieblingsaktivität: Fallschirmspringen
Hallo Klaus, wenn es um das Thema Fallschirmspringen geht kommt man um Deine Person nicht herum. Du hast Bücher und Filme zum Thema Fallschirmspringen geschrieben bzw. gedreht – Was fasziniert Dich an diesem Sport?
Antwort: Die nahezu grenzenlose Freiheit und die Tatsache, dass im freien Fall nur der menschliche Körper alleine das Fluggerät ist!


Wie bist Du zum Fallschirmspringen gekommen?
In den Siebzigerjahren in Lake Elsinore (Kalifornien / USA), der Wiege des Formationsspringens.
Spektakuläre Fallschirmsprung-Akrobatik - Foto: Klaus Heller
Was war Dein schönstes Fallschirmspringer-Erlebnis?
Da gibt es eine Menge Highlights: Riesenspaß hat die Organisation der ersten Hang-load mit 12 Mann auf dem Flugzeugdach einer Twin-Beech über Taft (Kalifornien / USA) gemacht. Ich saß einmal mit drauf und bin dann 2 x für die Fotoaufnahmen in einer Cessna nebenher geflogen. Dabei mussten wir mit der Cessna erst mal gute 500 m höher anfliegen und dann im Sturzflug knapp an die schnellere Twin-Beech ran, um für etwa eine halbe Minute in optimale Aufnahmeposition zu kommen.

Aufnahmen mit einer SpezialkameraAuch mein erster BASE-Sprung in Deutschland (5.10.1982 / Kochertalbrücke) war prickelnd, da das damals noch Neuland war. Immer viel Spaß hatte ich bei diversen Film- und Werbefilmaufnahmen, u.a. für SOKO 5113, Langnese, Nippon, Scout, Asbach, Sparkasse, Lotto, VW sowie bei bestimmten Titelbildproduktionen, z.B. dem bunten Tandem-Bild mit der damals noch recht schweren Spiegelreflex an der Fußspitze.

Gab es auch Momente wo es verdammt eng wurde?
Ja, mehrfach, aber das Dramatischste war sicher mein erster manueller Sprung: Nach 3 Sekunden öffnete ich auf der Suche nach dem Griff das linke Kappentrennschloss, dann zog die zeitgesteuerte Automatik (KAP-3) den Hauptschirm und ich hing an einer Fahne, nur am rechten Kappentrennschloss. Nach mehreren Versuchen entlastete ich den rechten Hauttragegurt und konnte die Fahne abwerfen. Dann lag ich auf dem Rücken, öffnete die Brustreserve, die erst mal eine Weile regungslos auf meinem Bauch lag, bevor ich sie in den Windstrom warf. Da lief in Bruchteilen von Sekunden mein ganzes bisheriges Leben vor meinem inneren Auge ab. In knapp 50 m hing ich dann an meiner nur durch Slippen steuerbaren Reserve über einem Bach, an dessen Ufer ich landete. Etwa 1 Sekunde trennte mich vor dem Aufschlag. Dass ich überlebte war reines Glück, denn ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Gefühl für Zeit und Höhe.
Klaus ist ständig für sein Firma Helicoptermedia unterwegs
Wie überzeugst Du Fallschirmsprung-Kritiker von diesem faszinierenden Sport?
Mit dem Motto „Only those who dare can share!“ Manchen gebe ich auch die DVD „Skydiving Adventures“ die die Faszination unseres Sport in fast allen Varianten zeigt!

Ist eine Neuauflage von Deinem Buch „Fallschirmspringen“ geplant?
Das von mir verfasste Buch „Fallschirmspringen für Anfänger und Fortgeschrittene“ erscheint seit 30 Jahren alle 5-6 Jahre in einer Neuauflage (zuletzt 2008). Da sich unser Sport so dynamisch entwickelt, wird fast jede Auflage ein komplett neues Buch. Dabei hole ich immer gerne hochqualifizierte Co-Autoren für neue Kapitel mit ins Boot, wie zuletzt Rolf Brombach für „Wingsuit-Fliegen“ und Mike Kleist & Moritz Friess für „Swooping“.

Weltweit unterwegs um die schönsten Motive festzuhalten - Foto: Klaus Heller
Welche Skydiving-Projekte werden von Dir noch realisiert?
A: Ich habe eine große Familie und 3 kleine Firmen (Fallschirmwerbung Heller, Air Action GmbH und HELLER VERLAG), reise gerne und fliege auch noch Hubschrauber. Da bleibt gerade noch Zeit für ein paar Funjumps zwischendurch. Wenn mir was einfällt, was mich reizt und was noch nicht schon tausendmal gemacht wurde, mache ich es einfach!

F: Was möchtest Du Fallschirmsprung-Neulingen auf den Weg geben?
A: „Safety first“ und gerade am Anfang „Nicht aufgeben!“

Danke für das Interview.

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